Über diesen Blog
25 Jahre gemeinsame musikalische Sozialisation und alles, was dazu
gehört. Grund genug – so die einstimmige Meinung über einem Bier
- die gemeinsame Leidenschaft für Musik ein wenig öffentlicher zu
pflegen. Ein Jahr Anlaufzeit, so what. Wir wollen in diesem Blog
halbwegs regelmäßig posten, was unsere heimische Musikrotation so
her gibt. Wir freuen uns über jeden Freund, Bekannten wie Fremden, der mal reinhört. Ansonsten pflegen wir hier einfach einen kleinen musikalischen Dialog. Regeln
gibt’s keine, es wird gepostet, was uns gefällt. Zentrum: Musik.
Peripherie: noch unbekannt.
Hagen und Philipp
Where's the Caddy?
Die Eröffnung kommt von mir, Philipp, und beginnt mit einer
kleinen Reminiszenz an die Brüder, die nicht nur früh-pubertärer
Konsens und Inspiration für Dosentürme waren, sondern auch das
Zitat liefern, dem der Blog seinen Namen verdankt. Jake und Elwood
Blues. Ein Klassiker im Lego-Remake, und wir ziehen den Hut vor zwei
Männern in einem Auto, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind.
A Black Poet
Aus aktuellem Anlass soll aber auch jemand gewürdigt werden, der
Anfang des Jahres gestorben ist, LeRoi Jones aka Amiri Baraka, Autor
u.a. von Blues People und Black Music. Ein brillianter wie
streitbarer Autor, der wirklich großartig sowohl über die Wurzeln
afro-amerikanischer Musik als auch die Free-Jazzer der 60er Jahre
geschrieben hat. Vor allem Blues People ist unbedingt zu empfehlen,
eine kluge Schilderung wie Analyse der Blues-Tradition und ihres
Ursprungs. Das musikalische Tribut zu seinem Tod liefert bei uns Amiris Bruder im
Geiste, mit dem er auch gemeinsam als Lyriker aufgetreten ist, Archie
Shepp. In seinem Attica Blues von 1972 steckt eine Menge derselben
Wut und Energie, die bisweilen die Tinte und Treibstoff in der Feder von Amiri
Baraka waren.
Dystopia / Metal Noir
Als Rausschmeißer gibt’s noch einen Favoriten aus meiner
persönlichen aktuellen Rotation. Wolves in the Throne Room würgen
derart massive Wände des Dröhnens aus ihren Gitarren, dass man wider besseres Wissen Langzeitfolgen gerne in kauf nimmt. Maximum volume yields
maximum results, wie es sich ihr Labelchef Stephen O'Malley auf die Fahne
geschrieben hat. Ein Motto, das sich aufgrund des Nachwuchses in den
eigenen vier Wänden leider nicht immer adäquat umsetzen lässt. Die
aktuellen BBC-Live-Mitschnitte demonstrieren, dass die beiden
mysteriösen Brüder nicht zwingend die Finessen eines Studios
brauchen, um ihren Sound-Orkan von der Leine zu lassen. An die Stelle
des Fine-Tunings der oft ausgefeilteren und komplexeren Studio-Tracks
tritt hier die schmutzige Ungeschliffenheit einer völlig vernebelten Bühne. Riecht ganz schön nach
Moder und Höllenfeuer, dabei aber irgendwie interessanter als aller handelsüblicher
Patschuli-Muff und Mittelalter-Markt. Enjoy. Philipp.
