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Samstag, 25. Januar 2014

Über diesen Blog


25 Jahre gemeinsame musikalische Sozialisation und alles, was dazu gehört. Grund genug – so die einstimmige Meinung über einem Bier - die gemeinsame Leidenschaft für Musik ein wenig öffentlicher zu pflegen. Ein Jahr Anlaufzeit, so what. Wir wollen in diesem Blog halbwegs regelmäßig posten, was unsere heimische Musikrotation so her gibt. Wir freuen uns über jeden Freund, Bekannten wie Fremden, der mal reinhört. Ansonsten pflegen wir hier einfach einen kleinen musikalischen Dialog. Regeln gibt’s keine, es wird gepostet, was uns gefällt. Zentrum: Musik. Peripherie: noch unbekannt.

Hagen und Philipp



Where's the Caddy?

Die Eröffnung kommt von mir, Philipp, und beginnt mit einer kleinen Reminiszenz an die Brüder, die nicht nur früh-pubertärer Konsens und Inspiration für Dosentürme waren, sondern auch das Zitat liefern, dem der Blog seinen Namen verdankt. Jake und Elwood Blues. Ein Klassiker im Lego-Remake, und wir ziehen den Hut vor zwei Männern in einem Auto, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind.




A Black Poet



Aus aktuellem Anlass soll aber auch jemand gewürdigt werden, der Anfang des Jahres gestorben ist, LeRoi Jones aka Amiri Baraka, Autor u.a. von Blues People und Black Music. Ein brillianter wie streitbarer Autor, der wirklich großartig sowohl über die Wurzeln afro-amerikanischer Musik als auch die Free-Jazzer der 60er Jahre geschrieben hat. Vor allem Blues People ist unbedingt zu empfehlen, eine kluge Schilderung wie Analyse der Blues-Tradition und ihres Ursprungs. Das musikalische Tribut zu seinem Tod liefert bei uns Amiris Bruder im Geiste, mit dem er auch gemeinsam als Lyriker aufgetreten ist, Archie Shepp. In seinem Attica Blues von 1972 steckt eine Menge derselben Wut und Energie, die bisweilen die Tinte und Treibstoff in der Feder von Amiri Baraka waren.

Dystopia / Metal Noir

Als Rausschmeißer gibt’s noch einen Favoriten aus meiner persönlichen aktuellen Rotation. Wolves in the Throne Room würgen derart massive Wände des Dröhnens aus ihren Gitarren, dass man wider besseres Wissen Langzeitfolgen gerne in kauf nimmt. Maximum volume yields maximum results, wie es sich ihr Labelchef Stephen O'Malley auf die Fahne geschrieben hat. Ein Motto, das sich aufgrund des Nachwuchses in den eigenen vier Wänden leider nicht immer adäquat umsetzen lässt. Die aktuellen BBC-Live-Mitschnitte demonstrieren, dass die beiden mysteriösen Brüder nicht zwingend die Finessen eines Studios brauchen, um ihren Sound-Orkan von der Leine zu lassen. An die Stelle des Fine-Tunings der oft ausgefeilteren und komplexeren Studio-Tracks tritt hier die schmutzige Ungeschliffenheit einer völlig vernebelten Bühne. Riecht ganz schön nach Moder und Höllenfeuer, dabei aber irgendwie interessanter als aller handelsüblicher Patschuli-Muff und Mittelalter-Markt. Enjoy. Philipp.